Jahresbericht GAD 2008/09
Alice Holzhey-Kunz
Zuerst ein kurzer Blick auf die Veranstaltungen seit der letzten Jahresversammlung: Es haben im Ganzen sechs Forums-Abende stattgefunden, wie immerim Breitingersaal der Helferei. Die Vorträge standen wie schon im vorhergehenden Jahr unter dem Leitthema „Die Lesbarkeit des Seelischen“. Dank dem Um -stand, dass alle diese Abend-Veranstaltungen in den beiden letzten Bulletins mit kurzer Inhaltsangabe angekündigt worden sind, erübrigt es sich, im Jahresberich nochmals darüber zu informieren. Die Vorträge sind, will man es an der Anzahl der Zuhörer messen, auf unterschiedlich grosses Interesse gestossen. Am meisten Zuhörer haben sich am Forumsabend vom 4. Dezember eingefunden, an welche drei Vertreter verschiedener analytischer Richtungen, nämlich Doris Lier, Uta
Jaenicke und Daniel Strassberg, ihr Traumverständnis sowie seine therapeutische Anwendung am konkreten Beispiel eines Traumes vordemonstrierten.
Was im vergangenen Jahr, im Unterschied zu vielen Jahren zuvor, nicht stattgefunden hat, ist eine von unserer Gesellschaft organisierte Tagung, obwohl eine solche im Bulletin für den 21. März dieses Jahres, wenn auch noch ohne genauere Angaben, vorangekündigt war. An diesem Datum hat anstelle der GAD zum ersten Mal das Entresol eine Tagung durchgeführt, und zwar zum Thema „Wozu das Unbewusste“. Ich habe im Namen des Vorstandes alle Mitglieder der GAD zur
Teil nahme an dieser Tagung schriftlich eingeladen, verbunden mit dem Angebot eines reduzierten Tagungs-Preises auf Kosten unserer Vereinskasse. Wie Sie wissen, hat sich das Entresol in den vergangenen Jahren bereits durch das Angebot eines Lehr gangs in Philosophie für Ärzte, Psychiater und Psycho therapeuten einen
Namen gemacht. Nun hat es sich an einer Sitzung im September 08 neu als „Netz - werk für Philosophie, Psychoanalyse und Wissen schaften der Psyche“ formiert. Wer vor einem Jahr an der Jahresversammlung hier teilgenommen hat, mag sich daran erinnern, dass das letzte Traktandum einer offenen Aussprache über
die Zukunft unserer Gesellschaft gewidmet war. Diese Aussprache stand bereits unter dem Vorzeichen von auch im Rahmen unseres Vorstandes diskutierten Plänen, das Entresol zu einem Forum auszubauen, das ideell mit vielen Leitvorstellungen der GAD übereinstimmt. Der Unterschied zwischen Entresol und GAD
liegt darin, dass Ersteres der Vernetzung von Philosophie, Psychoanalyse und Wissenschaften der Psyche dienen will, ohne sich selber auf eine inhaltliche Linie (eine bestimmte Philosophie, eine besondere Richtung der Psychoanalyse) fest - zulegen, während unsere Gesellschaft schon in ihrem Namen eine solche Vor gabe
macht und damit ein besonderes Interesse an „hermeneutischer Anthropologie“ einerseits, an der „Daseinsanalyse“ andererseits zum Ausdruck bringt. Die Diskussion hier vor einem Jahr, aber auch viele Diskussionen im Rahmen des Vorstandes dienten der Klärung der Frage nach der Zukunft unserer Gesellschaft, der GAD. Inzwischen hat sich das Entresol etabliert und entfaltet bereits eine rege Aktivität. Ihr spiritus rector war und ist Daniel Strassberg. Er ist seit 2003 bis zum
heutigen Tag Mitglied unseres Vorstandes und hatte in den Diskussionen um eine „neue GAD“ eine wichtige Stimme. Es war seit längerem absehbar, dass Daniel seine Kräfte, sollte der Start gelingen, nicht verzetteln, sondern dem weiteren Aufbau des Entresol widmen würde. Nun wiegen bekanntlich nicht alle Rücktritte von Mitgliedern des Vorstandes gleich schwer. Sein auf heute angekündigter Rücktritt ist darum nicht leicht verkraftbar, weil sich Daniel Strassberg in den vergangenen sechs Jahren mit vielen zündenden Ideen, verbunden mit der ihm eigenen Leidenschaft, für ein interessantes und qualitativ hochstehendes Forums-Programm engagiert hat. Die Frage nach der Zukunft der GAD gewann daher zeitweise einen pessimistischen Unter- ton, und es war nicht mehr immer klar, ob die Frage nun lautet, welche Zukunftwir für die GAD planen wollen, oder ob sie lautet, ob wir für die GAD überhaupt noch eine Zukunft sehen. Denn eine Zukunft hat sie nur, wenn wir genügen Leute haben, die bereit sind, sich für die Sache der GAD zu engagieren.
Ich habe heute Grund, wieder optimistisch zu sein. Zum einen zeichnet sich eine gute künftige Zusammenarbeit zwischen Entresol und GAD ab. Beispiel dafür ist, dass das Forums-Programm für den kommenden Winter gemeinsam mit dem Entresol entworfen worden ist. Zum anderen darf ich bereits vorwegnehmen, dass wir heute nicht nur um ein Vorstandsmitglied ärmer, sondern auch, so Sie als wahlberechtigte Mitglieder dem zustimmen werden, wieder um zwei
neue Vorstandsmitglieder reicher werden, die ich Ihnen beim entsprechenden Traktandum vorstellen werde, nämlich den Psychiater und Daseinsanalytiker Ralf Pelkowski und den Philosophen René Scheu. Das wird es uns ermöglichen, die Frage, wie wir die GAD in Zukunft aktiv gestalten wollen, mit frischem Elan anzugehen. Dass wir vom Vorstand immer auch froh sind, wenn uns Unterstützung von Seiten der Mitglieder angeboten wird, versteht sich hoffentlich
von selbst. Die Mitgliederzahl ist im vergangenen Jahr konstant geblieben: 4 Mitglieder sind ausgetreten, 4 Personen sind neu eingetreten. Ich möchte die neuen Mitglieder namentlich nennen und herzlich willkommen heissen: Thomas Wyss, Anja Puhlmann, Katja Blust und René Scheu.
Der Verein zählt zurzeit 129 Mitglieder.
Es bleibt mir abschliessend noch, dem gesamten Vorstand für die nach wie vor sehr gute Zusammenarbeit zu danken. Besonders möchte ich hier Franz Brander und Barbara Handwerker erwähnen: Franz erledigt seit vielen Jahren all die Arbeiten, die für ihn als Aktuar anfallen, ebenso zuverlässig wie speditiv, in Barbara haben wir eine kompetente Redaktorin unseres Bulletins. Ebenfalls herzlich bedanken möchte ich mich bei Barbara Halbheer, die seit einem Jahr für uns
das Rechnungswesen übernommen hat, wie auch den beiden Rechnungs - revisorinnen Denise Johansen und Esther Orlow.
